© Tobias Koch
Druck auf den Mittelstand wächst
Gerade in unsicheren Zeiten zeigt sich, worauf es ankommt: auf Mut, Verantwortung und die Bereitschaft, Dinge einfach zu machen. Sie als Unternehmerinnen und Unternehmer stehen genau dafür. Sie investieren, schaffen Arbeitsplätze und treiben Innovationen voran – oft gegen Widerstände, aber immer mit Zuversicht und einem klaren Blick nach vorn.
Gleichzeitig stehen Sie unter erheblichem Druck durch eine Vielzahl externer Faktoren: geopolitische Spannungen wie der Krieg im Iran und Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine, eine veränderte europäische Sicherheitsarchitektur, zunehmende Handelskonflikte sowie strukturelle Herausforderungen wie Bürokratie, hohe Energiekosten und Standortnachteile. All das belastet die wirtschaftliche Entwicklung spürbar. Dennoch gilt: Viele Hebel liegen weiterhin in unserer eigenen Hand. Aus meiner Sicht haben wir kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem.
Erste positive Signale
Es gibt zugleich Anzeichen der Zuversicht. Die ausländischen Direktinvestitionen haben sich 2025 gegenüber dem Vorjahr nahezu verdoppelt. Deutschland verzeichnet wieder einen Nettozufluss von Kapital statt Kapitalabfluss. Internationale Investoren gewinnen erneut Vertrauen in unseren Standort. Auch die Gründungsdynamik zieht an: Im Jahr 2025 wurden ein Drittel mehr Start-ups und junge Unternehmen gegründet als im Jahr zuvor. Das zeigt, dass wirtschaftliche Dynamik möglich ist.
Wachstum wieder ermöglichen
Die deutsche Wirtschaft muss wieder stärker wachsen. Vorrang hat alles, was Wachstum schafft. Dafür müssen unsere Unternehmen wettbewerbsfähiger werden. Um Investitionen anzureizen, wurden Abschreibungsbedingungen verbessert und die Senkung der Körperschaftsteuer auf den Weg gebracht – die größte Unternehmenssteuerreform seit 20 Jahren. Ziel ist es, den Wirtschaftsstandort Deutschland im internationalen Vergleich wieder konkurrenzfähig zu machen und neue Investitionen gezielt zu ermöglichen.
Arbeitsmarkt und Soziales neu ausrichten
Wir müssen Sozialreformen umsetzen, um die Arbeitskosten zu senken. Das Bürgergeld wurde abgeschafft und durch eine neue Grundsicherung ersetzt. Es gilt wieder stärker das Prinzip „Fördern und Fordern“: Wer arbeiten kann, soll auch arbeiten. Ziel ist es, Menschen in Beschäftigung zu bringen, statt Arbeitslosigkeit zu verwalten. Gleichzeitig wird konsequenter gegen Schwarzarbeit vorgegangen. Arbeitgeber, die Menschen illegal beschäftigen, sollen künftig umfassend haften. Das stärkt Fairness und entlastet die Sozialsysteme.
Reformen fortsetzen
Die Koalition hat Reformwillen gezeigt. Gleichzeitig besteht in zentralen Bereichen weiterhin Handlungsbedarf – etwa bei der gesetzlichen Rente sowie im Gesundheits- und Pflegesystem. Hier steigen die Ausgaben seit Jahren deutlich schneller als die Einnahmen. Die Folge sind steigende Beiträge und wachsende Belastungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Reformen sind daher notwendig und müssen zügig umgesetzt werden.
Leistung muss sich lohnen
Es muss wieder stärker gelten: Leistung muss sich lohnen. Wer arbeitet, Verantwortung übernimmt und Abgaben zahlt, muss spürbar mehr in der Tasche haben. Das ist ein Kernprinzip der Sozialen Marktwirtschaft. Die geplante Einkommensteuerreform setzt genau hier an – mit Entlastungen insbesondere für kleine und mittlere Einkommen und mehr Anreizen für Leistung.
Tempo im Staat erhöhen
Gleichzeitig braucht es mehr Tempo in staatlichen Verfahren. Bund und Länder haben eine Modernisierungsagenda beschlossen. Ein Beispiel ist die Genehmigungsfiktion: Reagiert eine Behörde nicht innerhalb einer bestimmten Frist, gilt eine beantragte Genehmigung als erteilt. Das erleichtert Investitionen, reduziert bürokratische Hürden und schafft Planungssicherheit für Unternehmen.
Jetzt zählt die Umsetzung
Deutschland ist ein starkes Land. Wir haben Substanz, Ideen und Menschen, die anpacken. Vor allem aber haben wir einen Mittelstand, der nicht auf bessere Zeiten wartet, sondern sie selbst gestaltet. Was es jetzt braucht, ist Konsequenz: weniger bremsen, mehr ermöglichen; weniger Zweifel, mehr Vertrauen; vor allem aber mehr Tempo in der Umsetzung. Nur so entstehen neue Dynamik, neue Stärke und neues Vertrauen in unseren Standort.
Christina Stumpp MdB
Stellvertretende Generalsekretärin der CDU Deutschlands
Vorsitzende der MIT Rems-Murr
christina.stumpp [at] bundestag.de
christina-stumpp.de

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